Enterprise-Mobility-Studie von Deloitte: Zusammenfassung

von Robert Nagel, am 27.5.2020

Enterprise-Mobility-Studie: Erstmalig stellen die Wirtschaftsprüfer von Deloitte eine umfassende Untersuchung vor, die sich ausschließlich mit mobilen Endgeräten in deutschen Unternehmen befasst. Wir fassen die vier Schlüsselergebnisse der Studie für Sie zusammen.

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Wie werden Smartphones, Laptops und Tablets in deutschen Unternehmen genutzt? 

Enterprise Mobility: Status quo in Deutschland

Die Analysten von Deloitte gehen mit ihrer Studie der Frage nach, wie Smartphones, Tablets und Laptops in deutschen Unternehmen eingesetzt werden. Der Frage nach dem Status quo schließen sich weitere Betrachtungen zur Produktivitäts- und Motivationssteigerung durch mobile Endgeräte an.

Über zwei Stunden täglich am Mobilgerät

Die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer eines Mobile Devices ist in Deutschland in den letzten Jahren stetig gestiegen – 135 Minuten Smartphone- oder Tablet-Nutzung verbucht die Statistik mittlerweile für jeden Deutschen pro Tag.

Auch die Nutzung für berufliche Belange nimmt stetig zu. Die Studie identifiziert als entscheidende Treiber für diese Entwicklung:

  1. stetig steigende technische Performance der mobilen Endgeräte,
  2. stetiger Fortschritt der Mobilfunkstandards sowie
  3. stetiger Ausbau von Cloud-Diensten.

In Kombination sorgen diese drei Faktoren dafür, dass Mitarbeiter deutlich flexibler ortsunabhängig arbeiten können: beim Kunden, im Office, auf der heimatlichen Couch im Homeoffice oder unterwegs, etwa in der Bahn.

Trotz all dieser Vorteile stellten die Wirtschaftsprüfer von Deloitte noch „großes Verbesserungspotential" fest. Ausgangspunkt hierfür war eine Befragung von 2.000 deutschen ArbeitnehmerInnen, die Deloitte beim britischen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov beauftragte.

Die Erhebung der Daten sowie ihre Auswertung fanden übrigens im Jahr 2019 statt, also noch vor den Ausgangsbeschränkungen und den damit verbundenen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie. Letztere zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es für Unternehmen in der Praxis sein kann, die Digitalisierung von Geschäftsprozessen systematisch voranzutreiben. Die Ergebnisse der Erhebung veröffentlichte Deloitte unter dem Titel „Mobile Readiness for Work 2019“. Die Studie kam zu vier Kernaussagen.

1. Zu wenig Firmengeräte

27 Prozent der Befragten erhalten vom Arbeitgeber überhaupt kein Firmengerät. Bereitsgestellte Geräte verteilen sich dann wie folgt: 

  • 48 %: Desktop-PC
  • 26 %: Laptop
  • 20 %: Smartphone
  • 9 %: Tablet
  • 7 %: Mobiltelefon (kein Smartphone)

Gleichzeitig nutzt mehr als jede/r zweite ArbeitnehmerIn (51 Prozent) ein Smartphone oder Tablet für die Arbeit. Das bedeutet:  31 Prozent der befragten Angestellten nutzen als Mobile Device im Job kein Firmengerät, sondern ein privates Gerät. Dieses Konzept nennt sich „Bring Your Own Device“ (BYOD). BYOD birgt zahlreiche Sicherheits- und Datenschutzrisiken.

Lesen Sie hierzu mehr in unserem Whitepaper „BYOD und EU-DSGVO“. Klicken Sie  hier für den Download.

2. Zu wenig bereitgestellte Apps

Was BYOD für die Hardware ist, ist BYOA („Bring Your Own App“) für die Software. Auch hier gilt: Die saubere und richtige Variante ist, wenn das Unternehmen die Produktivitäts-Apps stellt. Dies ist allerdings nur bei 17 Prozent der derzeit genutzten Apps der Fall. Auch hier drohen Sicherheitsrisiken sowie Produktivitätseinbußen. Messaging-Apps wie Facebook oder WhatsApp sind zudem auch datenschutzrechtlich bedenklich. Lesen Sie hierzu auch „WhatsApp auf dem Firmenhandy – ja oder nein?". 42 Prozent der bereitgestellten Firmenhandys haben weniger als fünf Produktivitäts-Apps von der Unternehmens-IT vorinstalliert.

3. Mitarbeiter glauben an mobile Technik

Auf der Arbeitnehmerseite glaubt insgesamt mehr als die Hälfte der für die Studie befragten Angestellten, dass die Nutzung von Mobilgeräten die Zusammenarbeit mit den Kollegen erleichtern kann: 32 Prozent gaben an, dass die Zusammenarbeit „etwas vereinfacht“ werde, 21 Prozent fanden es mit Mobilgerät „viel einfacher“. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer gab an, mit Mobile Devices flexibler arbeiten zu können. Mehr als zwei Drittel der Arbeitskräfte glauben, dass mobile Technologie den schnellen und effizienten Abruf von Informationen vereinfache.  

4. Unternehmen müssen nachlegen

Die Studie stellt viertens fest, dass Arbeitnehmer ihre Unternehmen zum größten Teil bei den mobilen Technologien nicht gut aufgestellt sehen – hier gibt es aber naturgemäß branchenbedingt starke Schwankungen.

Nur 36 Prozent betrachten laut Umfrage ihr Unternehmen als „fortschrittlich“ bei der Adaption neuer Technologien, bei Mobilen Technologien waren es sogar weniger als ein Drittel der Befragten (32 Prozent).  

Fazit: „erheblicher Nachholbedarf“

Wie bereits erwähnt, wurde die Studie noch vor der COVID-19-Pandemie erstellt, in deren Verlauf eindeutig klar wurde, dass Unternehmen mit digitalisierten Geschäftsprozessen und schlüssiger Enterprise-Mobility-Strategie eine höhere Resilienz haben und flexibler auf die Herausforderungen von Ausgangsbeschränkungen und Lockdowns reagieren konnten.

Gleichwohl kamen die Autoren schon vor der Coronavirus-Epidemie zu dem Schluss, dass „für den Großteil der Firmen in Deutschland noch ein erheblicher Nachholbedarf beim Thema Enterprise Mobility“ bestehe. Insbesondere kritisierten sie die „große Lücke in der Mobilitätsreife zwischen Arbeitnehmern und Angestellten“. Diese Lücke zu schließen und die Unternehmen ganz konkret auf die nächsten Schritte der Digitalisierung zu bringen, muss für zukünftige Enterprise-Mobility-Strategien der Maßstab sein.

Weblinks Enterprise-Mobility-Studie

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Themen:Mobile Device ManagementProduktivität

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