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Firmenhandy: private und geschäftliche Nummern per Dual-SIM trennen

von Robert Nagel, am 16.10.2019

Mit einem Dual-SIM-Smartphone können Nutzer zwei SIM-Karten und Rufnummern simultan verwenden. Das ist besonders praktisch, wenn es sich um Firmengeräte handelt, die auch privat genutzt werden sollen und der Mitarbeiter seine private Telefonnummer beibehalten will. Und das wollen viele.

Dual-SIM Smartphone geschäftlich privat
Lang gehegt und gepflegt: Viele Mitarbeiter möchten Ihre langjährige Rufnummer nicht aufgeben

 

Private Rufnummer ist vielen heilig

Es gibt Menschen, die wechseln ihre Telefonnummer achselzuckend bei jedem Wechsel des Mobilfunkanbieters oder Mobilfunktarifs. Mit derselben Leichtigkeit, mit der sie ein paar Socken wechseln. 

Ich habe meine Telefonnummer seit Ende der neunziger Jahre und könnte das nicht.

Ich hab die schon so lange. Ich kann sie im Schlaf aufsagen. Meine Mutti kann sie auswendig und auch meine Frau hat sich die irgendwie ja auch schöne Zahlenfolge eingeprägt.

Und ich bin mir sicher: Für viele andere auch ist die Handy-Rufnummer eben ein liebgewordenes Datum, das sie schon seit Jahren oder gar Jahrzehnten mit sich herumtragen und keinesfalls so ohne Weiteres ändern möchten.

Firmenhandy? Ja. Aber bitte mit Dual-SIM

Aus diesem Grund sind auch viele Leute skeptisch, wenn sie von ihrem Arbeitgeber ein Firmenhandy angeboten bekommen. Denn das Angebot führt scheinbar in ein Trilemma:

  1. Man muss die Nummer des Firmen-Mobilfunktarifs nutzen und die eigene Telefonnummer quasi aufgeben
    = doof.
  2. Man muss die private Rufnummer nutzen, diese jetzt auch an Geschäftskontakte herausgeben und sich dann zum Schluss noch mit Abrechnungen und Steueraspekten herumschlagen
    = doof.
  3. Man kann das Firmengerät privat gar nicht nutzen. Das heißt, man behält zwar seine Nummer, benötigt dann aber zwei Handys, die man ständig herumschleppen muss 
    = doppelt doof.

Zwei handysHaben Sie auch keine Lust mehr auf zwei Handys? Dann klicken Sie hier.

Für ein Szenarium, in dem das Firmenhandy allerdings geschäftlich und privat genutzt werden soll – das einzige wirklich nutzerfreundliche Szenarium, also – gibt es mit Dual-SIM-Smartphones eine echte Lösung. Und zwar sowohl unter Android, als auch unter iOS.

Dual-SIM: „sowohl als auch“ anstatt „entweder oder“

Ein Dual-SIM-fähiges Smartphone ist praktisch für Sparfüchse, die zum Beispiel einen günstigen Datentarif zusätzlich nutzen oder im Ausland lieber mit einem einheimischen Mobilfunktarif telefonieren möchten.

Da dies den Interessen der Provider allerdings nicht unbedingt entgegenkommt, lagen Dual-SIM-Geräte hierzulande lange in einer Art Dornröschenschlaf. In vielen anderen Ländern ist Dual-SIM schon lange eine Standardfunktion. Aber auch in Deutschland wird die Situation langsam besser und es gibt immer mehr Dual-SIM-Smartphones. Insbesondere Apple und Samsung haben seit 2018 enorm nachgelegt.

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Die iPhones 11 und 11 Pro sind – wie schon die Vorgänger X und Xs – Dual-SIM-fähig

Praktisch für Geschäftshandys

Besonders praktisch ist das Konzept also für Angestellte, die ein Firmengerät auch mit der eigenen Privatnummer betreiben möchten. Das ist ganz nebenbei übrigens auch prima für die Produktivität und die Mitarbeiterbindung – lesen Sie hierzu weiterführend: Das Firmenhandy als Mitarbeiterangebot.

Mit Dual-SIM-Geräten können Angestellte sowohl ihre private Rufnummer als auch die geschäftliche auf einem Gerät simultan verwenden. Das Ganze ist in der Praxis ziemlich unkompliziert, wenn man auf einige Aspekte achtet.

Wie der Name schon andeutet, wird Dual-SIM durch die Aufnahme zweier physischer SIM-Karten umgesetzt –oder durch eine zusätzliche eSIM, wie bei den Geräten von Apple ab Generation X. Hier gibt es also schon erste Unterschiede.

Worauf Sie bei Dual-SIM achten sollten

Generell lohnt es sich, bei der Beschaffung eines Dual-SIM-Geräts ins Kleingedruckte der technischen Spezifikationen und Datenblätter zu schauen und einen genauen Abgleich mit dem Nutzungsprofil und den daraus resultierenden Anforderungen zu machen. Hier einige Aspekte, die Sie bedenken sollten.

1. Gleichwertige SIM-Kartenslots

Nicht alle SIM-Karten-Slots sind gleichwertig. Wünschenswert sind zwei Slots, die jeweils den schnellen LTE-Übertragungsstandard (4G) unterstützen. Bei Huawei beispielsweise heißt dieses Feature „Dual 4G SIM“. Bei einigen Geräten hingegen unterstützt lediglich ein Kartenschacht das schnelle LTE/4G. Der zweite Schacht ist dann meist nur 3G- oder 2G-fähig.

In bestimmten Szenarien ist das ok. Wenn Sie aber mit beiden SIM-Karten jeweils schnell im mobilen Internet surfen und telefonieren wollen, sollten Sie dringend darauf achten, dass beide Schächte LTE/4G unterstützen. 

2. Verwendung einer eSIM bei iPhones

Beim iPhone X, iPhone Xs und den aktuellen Nachfolgemodellen iPhone11 kann als zweite SIM-Karte eine eSIM verwendet werden. Es existiert also nur ein physischer Kartenschacht und nicht zwei.

Das wiederum bedeutet: Der Provider des geplanten Mobilfunktarifs muss eSIM auch unterstützen, was nicht bei allen der Fall ist. Das muss natürlich bei der Tarifauswahl berücksichtigt werden.

Hier finden Sie eine Auswahl von eSIM-Tarifen bei chip.de. Auch handy.de listet eSIM-Tarife auf.

ios13 iPhone Control Center Dual SIM
Im Control Center unter iOS 13 wird oben die SIM-Konfiguration dargestellt. Screenshot: Apple

Mehr Details rund zum Thema eSIM bietet der Apple-Support unter: Dual-SIM-Funktion mit einer eSIM verwenden.

3. Hybrid-Schacht: Nano-SIM vs. microSD

Bei einigen Android-Geräten kommt ein sogenannter Hybrid-Slot zum Einsatz, beispielsweise beim Samsung Galaxy S10. Hier können Anwender entweder eine zweite SIM-Karte in den Schacht einlegen oder mit einer microSD-Karte den Speicherplatz des Geräts vergrößern.

Das „Oder“ ist entscheidend: Wenn Sie dauerhaft zwei SIM-Karten nutzen wollen, sollten Sie sich daher von vornherein für ein Gerät mit ausreichend internem Speicher entscheiden, da dann die Option zur Speichererweiterung per microSD-Karte eben nicht mehr besteht.

4. Dual-SIM-Active oder Dual-SIM-Standby?

Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft die eigentlichen Nutzungsmöglichkeiten (Nutzungsprofile) der beiden SIM-Cards: Kann man die Karten gleichzeitig nutzen? Kann man Anrufe weiterleiten und makeln? Je nach Nutzerverhalten kann dies den Anwendern das Leben sehr viel einfacher machen oder halt auch deutlich erschweren.  

Der grundlegende Unterschied liegt in der Hardware. Die Frage ist hier, ob das Smartphone nur eine Sende-/Empfangseinheit (einen sogenannten Transceiver) besitzt oder eben gleich zwei dieser Module.

Dual-SIM-Active

Hier gibt es zwei Transceiver-Module. Beide SIM-Karten sind demnach parallel sende- und empfangsbereit. Prinzipiell besteht also die Möglichkeit, auch Gespräche zwischen den beiden Rufnummern zu makeln und anzuklopfen.

Das ist ideal, wenn Sie Vieltelefonierer sind und keinen Anruf verpassen möchten: Sie können entscheiden, ob Sie einen Anruf annehmen und zum Beispiel kurz auf der zweiten Leitung einen Rückruf ankündigen, während der erste Anrufer „on hold“ gesetzt wird.

Dual-SIM-Standby

Bei Dual-SIM-Standby ist die zweite SIM-Karte nicht erreichbar, wenn über die erste telefoniert wird. Grund dafür: Es gibt nur einen Transceiver. In der Regel wird der Angerufene dann per SMS über den verpassten Anruf informiert.

Bei einigen Modellen lässt sich allerdings eine Rufumleitung aktivieren, sodass der Anwender entscheiden kann, ob er nicht lieber den zweiten Anruf annimmt, wenn dieser anklopft. Diese Variante dürfte für viele Anwender ausreichen, für Power-User ist das schon ein Ärgernis.

5. SIM-Karten-Verwaltung

Achten Sie auch auf die Verwaltung der SIM-Karten. Hier gibt es teils erhebliche Unterschiede, welche Einstellungen sich vornehmen lassen. Beispiele für solche Einstellungen wären die Zuweisung unterschiedlicher Klingeltöne an die Rufnummern, die Zuweisung bestimmter Rollen (nur Anrufe vs. nur Daten vs. gemischt) oder die Deaktivierung einzelner SIM-Karten. 

Dual-SIM-Einstellungen-Andr
Dual-SIM-Einstellungen unter Android 9.0 (Screenshot: everphone)

Geräte mit Dual-SIM-Funktion (Auswahl)

Kommen wir jetzt zu den Geräten. Erfreulicherweise gibt es seit 2018 einen echten Boom an Dual-SIM-Geräten. Erstens stieg Apple Auf den Dual-SIM-Zug auf, zweitens verstärkte auch Branchenprimus Samsung sein Dual-SIM-Portfolio deutlich. Auch Huawei, Sony, LG, OnePlus und Honor bieten Dual-SIM-Smartphones an, zudem noch eine Reihe kleinerer Hersteller .

Samsung bietet sogenannte DUOS-Varianten für die Modelle Galaxy S9, S9+, S8+, Note8 und die Modelle der J-Serie an. Hier muss man also auf die genaue Modellbezeichnung achten.

Die Samsung-Smartphones Galaxy S10, S10e und S10+ bieten die Funktion bereits als Standard-Feature.

Apple unterstützt in den Modellen iPhone 11 und 11 Pro, iPhone XS, iPhone XS Max und iPhone XR eine Dual-SIM-Funktion, die eine physische SIM-Karte mit einer eSIM kombiniert.

Weitere beliebte Modelle mit Dual-SIM sind:

Eine größere Auswahl mit technischen Spezifikationen der einzelnen Modelle finden Sie hier:

Weblinks: Dual-SIM

 

Fazit: Mit Dual-SIM geschäftlich und privat vereinen

Preislich unterscheiden sich Dual-SIM-Geräte kaum von herkömmlichen Smartphones. Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ein tolles Smartphone auch als Benefit bieten möchten, ebnet ein Dual-SIM-Gerät den Weg, wenn Angestellte die eigene Rufnummer behalten möchten. Wenn Mitarbeiter sich noch dazu selbst ein Gerät aussuchen können, (Stichwort: Choose Your Own Device), wird aus dem vermeintlich ungeliebten Firmengerät plötzlich ein echtes Vorteilspaket.

Eine saubere Trennung der Datenströme ist heute unkompliziert möglich, die Nutzerführung ist meist übersichtlich und intuitiv gut beherrschbar und via Mobile Device Management und Mobile Application Management lassen sich auch Unternehmensvorgaben (IT-Compliance, DSGVO) sauber umsetzen.

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Themen:Firmenhandy-MietmodellProduktivität