Kaution für Firmenhandys: Muss das sein?

von Shastha Wijesekara, am 22.1.2020

Kaution für das Firmenhandy: Gerade für kleine Unternehmen, Start-ups oder Unternehmen, die noch keinen Bonitätsscore haben, kann die Beschaffung von Firmenhandys zum Ärgernis werden. Denn die Mobilfunkanbieter verlangen häufig die Hinterlegung von Sicherheitsleistungen für die Tarife. Bei der Bereitstellung der Hardware wird es dann noch komplizierter. Wenn Sie Firmenhandys und Tarife beschaffen, aber aus Kostengründen auf die Hinterlegung einer Kaution lieber verzichten möchten, lesen Sie hier weiter.

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Kautionen für Tarife und die Kaufpreise von Endgeräten können sich zu einem hübschen Sümmchen addieren

Wann wird eine Kaution für Firmenhandys fällig?

Die genauen Kriterien, ab wann eine Kaution für einen Tarif fällig wird, unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter. Grundlage dafür, dass eine Kaution als Sicherheitsleistung gefordert wird, sind meist aber die Ergebnisse einer Bonitätsprüfung. Es gibt hier zwei Szenarien, die berücksichtigt werden müssen.

SIM-only-Tarif vs. Bundle

Sollte sich der Kunde für einen SIM-only-Tarif entscheiden, ist das Ausfallrisiko für den Provider relativ niedrig.  Entscheidet sich der Kunde hingegen für ein Bundle aus Tarif und Smartphone, steigt das Ausfallrisiko für den Provider exponentiell mit dem Wert der gewünschten Hardware.

Warum ist das so? Ganz einfach: Wählt der Kunde bei seinem Tarif ein Smartphone hinzu, geht der Mobilfunkprovider durch den Kauf des Endgerätes in Vorleistung. Ist die Abzahlung des im Tarif „gebundelten“ Endgerätes durch mangelnde Bonität gefährdet, folgt eine Ablehnung oder eine entsprechende Kautionsforderung.

Der Mobilfunkprovider lässt beim Bundle verschiedene Abzahlungsstufen in die Grundgebühr mit einfließen. Diese Zuschläge werden zwar nicht direkt ausgepreist, können aber anhand des Wordings identifiziert werden.

 Bei den Mobilfunkprovidern werden Hardware-Zuschläge bei den Tarifen mit eingepreist (Screenshot: Telekom)

Konsequenzen einer Firmenhandy-Kaution

Wenn der Mobilfunkanbieter eine Sicherheitsleistung verlangt, bedeutet dies meist, dass sogenannte Bundle-Angebote – also kombinierte Angebote aus Tarif und subventioniertem Gerät – für das betroffene Unternehmen nicht mehr in Frage kommen.

Die Firma muss sich also die Geräte selbst besorgen und kann maximal auf einen SIM-only-Tarif zurückgreifen, für den dann auch noch die Kaution fällig wird. Das macht natürlich die Beschaffung der Firmengeräte insgesamt nicht gerade einfacher.

Mobile Strategy überdenken

Und das, obwohl sich viele Unternehmen bei der Beschaffung mobiler Endgeräte wie Smartphones sowieso schon schwertun, die richtigen Geräte und den richtigen Mobilfunktarif zu finden: Ähnlich wie bei den Endverbrauchern ist der sprichwörtliche Tarifdschungel auch für Geschäftskunden extrem unübersichtlich und intransparent. Die oben erwähnten im Verborgenen eingepreisten Hardwarezuschläge sind dabei nur ein Aspekt.

Denn es gibt viel noch mehr zu beachten und abzuwägen. Einige grundlegende Fragen der Mobile Strategy sind zum Beispiel:

  • Nimmt man am besten ein Bundle-Angebot mit subventionierter Hardware?
  • Bekomme ich ein solches Bundle überhaupt? Oder muss ich einen SIM-only-Tarif und die Geräte getrennt organisieren?
  • Android oder iOS?
  • Brauche ich Dual-SIM-Geräte?
  • Was rechnet sich?
  • Gibt es Mengenrabatte?
  • Was erzeugt weniger Aufwand?
  • Was ist flexibler?
  • Welches Service-Level gibt es bei Problemen?
  • Sind die Kosten linear oder gibt es Tariferhöhungen nach dem 13. Monat der Laufzeit, etwa durch den Wegfall temporärer Gutschriften?
  • Gibt es automatische Laufzeitverlängerungen?
  • und so weiter

Es ist schwer, hier den Überblick zu behalten. Zahlreiche mögliche Rahmenverträge sorgen für zusätzliche Komplexität. So gibt es dutzendweise Angebote für Firmenkunden, die jeweils viel Kleingedrucktes enthalten und im Detail nur von Experten unterschieden und adäquat beurteilt werden können.

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Erfahrene Einkaufsabteilungen mit spezialisierten IT-Einkäufern können im Procurement damit vielleicht noch umgehen, aber insbesondere in Start-ups, jungen, kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) wird die Aufgabe der Smartphone-Beschaffung sehr schnell frustrierend.

Konnte sich der Einkäufer wider Erwarten tatsächlich für ein passendes Angebot entscheiden, können unangenehme Überraschungen lauern: So verlangen die Mobilfunkanbieter bei Bundle-Angeboten oft eine Kaution für die Firmenhandys. Insbesondere bei jungen Unternehmen (Start-ups) oder bei als umsatzschwach eingestuften Unternehmen.

Wie hoch sind Kautionen für Firmenhandys?

Die Höhe der Kaution hängt natürlich maßgeblich vom gewünschten Gerät ab. Unserer Erfahrung nach liegen die Kautionen pro Gerät in der Regel zwischen 150 und 500 Euro.

Möchten Unternehmen dann ihre Mitarbeiter mit Smartphones ausstatten und 20 oder 30 Geräte bestellen (Stichwort: Diensthandy als Mitarbeiterangebot), kann durch die Kaution eine nicht zu verachtende Kapitalbindung auflaufen, die gerade kleine Unternehmen entweder nicht leisten können oder nicht leisten wollen.

Firmenhandys ohne Kaution

Zum Glück gibt es Alternativen. So können Unternehmen ihre Firmengeräte auch mieten. Unser Modell „Phone as a Service“ macht auch hochpreisige Firmenhandys für kleinere Unternehmen erschwinglich. Der Service ist schon ab zehn Geräten verfügbar.

Bei everphone empfehlen wir – anders als so mancher Mobilfunkprovider – den Unternehmen von vornherein, Geräte und Tarife voneinander zu trennen, da Unternehmen dann insgesamt flexibler agieren können, gerade weil sie bei den Mobilfunktarifen auf die günstigeren SIM-only-Varianten zurückgreifen.

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