MDM-Markt: So unterscheiden sich große und kleine MDM-Lösungen

von Michel Anders, am 19.5.2020

Der MDM-Markt ist heiß umkämpft: Neben den Platzhirschen MobileIron, VMware und Microsoft buhlen auch zahlreiche kleinere Mobile-Device-Management-Softwarehersteller um die Gunst der Geschäftskunden. Wir zeigen Ihnen prinzipielle Unterschiede zwischen MDM-Davids und MDM-Goliaths. 


MDM-Markt Vergleich
Wo steckt mehr drin? Auf den ersten Blick sehen MDM-Softwares alle gleich aus

MDM-Software im Vergleich

IT-Verantwortliche, die die Einführung einer MDM-Software projektieren, haben meist ein echtes Problem: sich für den richtigen Hersteller zu entscheiden, gleicht dem sprichwörtlichen Schuss ins Blaue. Vergleicht man nämlich die Funktionen verschiedener MDM-Anbieter, sehen die Features der einzelnen Lösungen auf dem MDM-Markt fast identisch aus. Woher soll man also wissen, ob sich das MDM von Blackberry, MobileIron oder Microsoft (Intune) am besten eignet? Oder genügt vielleicht auch die Lösung einer eher kleineren (und günstigeren) Software-Schmiede? Fragen über Fragen. 

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Grundlegende MDM-Unterschiede

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Angebote der Hersteller kaum – egal, ob internationaler Software-Riese oder deutscher IT-Mittelstand. Dass der MDM-Markt so aussieht, sollte eigentlich kaum verwundern. Denn die Basisfunktionalitäten greifen auf Standardschnittstellen von iOS und Android zu und die grundlegenden Features sind in fast jedem Nutzungsszenario notwendig. Als Beispiele seien hier ein containerisierter Workspace, der private und geschäftliche Daten trennt, sowie die Möglichkeit für den Fernzugriff/die Fernverwaltung (Remote Lock/Remote Wipe) genannt.

Android-One-UI-Home-WorkspaScreenshot: Rechts ein Arbeits-Container unter Android.
Die containerisierten Apps sind am kleinen blauen Schloss erkennbar. Links der private Bereich.

Gravierende Unterschiede zwischen den kostengünstigeren kleinen Systemen und den großen MDM-Herstellern gibt es allerdings trotzdem, etwas beim Metadatenlayer und der Batchfunktionalität. Ich nenne Ihnen hier fünf Aspekte, die Sie gründlich prüfen sollten, bevor Sie sich für ein spezifisches MDM entscheiden.
 

MDM-Unterschied 1: Batch-Migration 

Batch-Migration bedeutet die massenhafte Migration von mobilen Endgeräten in ein neues System. Im besten Fall lädt man hierzu lediglich eine Excel- oder CSV-Datei mit den IMEI-Nummern der Geräte für das Onboarding hoch. Bei den „großen“ Lösungen ist dies ohne weiteres möglich.
 
Bei MDM-Softwares einiger kleinerer Hersteller fehlt diese wichtige Funktion. Hier muss dann jedes Gerät einzeln angelegt werden. Auch der Umzug von Geräten auf bestimmte Profileinstellungen kann nicht im Batch erledigt werden, sondern muss einzeln und kleinteilig gemacht werden. Beides nervt und kostet Zeit.
 

MDM-Unterschied 2: Active Directory 

Wenn das Mobile-Device-Management-Programm die Integration mit dem Active Directory der Firma unterstützt, werden alle IMEI-Nummern automatisch den gesamten Stammdaten zugeordnet. Das ist enorm praktisch. Prüfen Sie unbedingt, ob die Lösungen auf Ihrer Short-List diese Funktion bieten.
 

MDM-Unterschied 3: Security Layer

Einige MDM-Lösungen, beispielsweise IBM MaaS360 und die Blackberry Enterprise Mobility Suite, bieten zusätzliche Security Layer. Diese erhöhen die mobile Sicherheit, indem sie Handy-Malware auf den Geräten frühzeitig erkennen und den Gesundheitsgrad Ihrer gesamten Smartphone-Flotte („Fleet Health“) analysieren. Cyberkriminelle Angriffe auf die Mobile Devices können so schneller abgewehrt werden.
 

MDM-Unterschied 4: Device-Kompatibilität

Die Liste der unterstützten Hersteller/Devices ist ein wichtiger Punkt, vielleicht sogar einer der wichtigsten in Ihrer gesamten Mobile Strategy. Einige kleine MDM-Anbieter begrenzen ihre Kompatibilität auf einzelne Hersteller.
 
Möchten Sie dann andere Endgeräte einsetzen, weil diese besonders geeignet, robust, beliebt, günstig etc. sind, gibt es oft ein böses Erwachen, weil zum Beispiel Smartphones von Huawei oder Xiaomi nicht integriert werden können. Auch bei Wearables (Smart Watches) und einigen Tablets sind Probleme bekannt. Fragen Sie auch hier lieber genau nach.
 

MDM-Unterschied 5: Unified Endpoint Management

Last but not least: Seit Windows 10 ist der Trend, die gesamten im Unternehmen aktiven Clients über eine einzelne Plattform zu managen (UEM = Unified Endpoint Management), ungebrochen. Das bedeutet: Desktop-PCs, Laptops und die mobilen Endgeräte werden zentral verwaltet. Zuverlässig erledigen dies meiner Erfahrung nach die „großen Drei“: MobileIron, VMware und Microsoft Intune.
 

MDM-Markt: Übersicht

Eine der bekannteren Namen auf dem MDM-Markt finden Sie in dieser höchst unvollständigen Liste: 

Eine erschöpfende Liste finden Sie in dieser MDM-Marktübersicht von Capterra

Zum Schluss noch ein Tipp für Ihr MDM-Projekt

Wenn Sie sich auch gerade mit der Einführung einer MDM-Software befassen, habe ich hier noch einen grundlegenden Tipp für Sie.

Testen Sie ausgiebig!

Die meisten Hersteller bieten Test-Lizenzen an – dieses Angebot sollten Sie nutzen! Am besten testen Sie mit einer IT-affinen Gruppe – so prüfen Sie den tatsächlichen Bedarf und erhalten qualifizierte Rückmeldungen.

Haben Sie noch Fragen zum MDM-Markt?
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