Samsung DeX (Desktop Experience) – mobiler Arbeitsplatz dank Smartphone

Von Robert Nagel am 26.6.2019
Robert Nagel

Stellen Sie sich vor, an Ihrem Arbeitsplatz keinen Computer mehr zu nutzen, sondern nur noch mit dem Smartphone zu arbeiten. Ankommen, andocken, loslegen – was nach Zukunftsmusik klingt, ist für viele bereits Realität. Grund dafür ist die hohe Rechenleistung moderner Smartphones – und deren Konnektivität. Heute stellen wir Ihnen „DeX“ vor, ein Konzept, das von Samsung speziell für das Smartphone als Kernstück des mobilen Arbeitsplatzes entwickelt wurde. 

Samsung DeX mit Samsung Galaxy S8_1280
Ein Samsung Galaxy S8 in einer „DeX-Station“ mit Monitor und Tastatur (Bild: Maurizio Pesce, CC BY 2.0)


Glaubt man everphone-CEO Jan Dzulko, werden wir in absehbarer Zeit teure Business-Laptops und Desktop-Computer nur noch an spezialisierten Arbeitsplätzen sehen – zum Beispiel bei Grafikern, Designern oder Cuttern.

Viele andere Mitarbeiter in unzähligen Unternehmen können ihre täglichen Aufgaben ebenso gut mit einem Smartphone erledigen und benötigen keine extrem rechenstarken Heavy-Duty-Computer. Ein flottes Smartphone reicht vollkommen, ist mobil, leicht, lässt sich privat nutzen, kostet weniger und benötigt kaum Wartung – zudem lassen sich (Achtung, Zaunpfahl!) Firmenhandys auch clever mieten.

Mit „DeX“ adressiert der koreanische Hersteller Samsung diejenigen Anwender, die in der Cloud werkeln, Texte erstellen, Tabellen bearbeiten, Bilder optimieren und Präsentationen halten möchten. All dies ist mit heutigen Top-Geräten wie der Galaxy-Klasse von Samsung, Apples iPhones oder dem P30 Pro von Huawei problemlos möglich.

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everphone-CEO Jan Dzulko ist selbst begeisterter DeX-Nutzer.

 

Samsung DeX („Desktop Experience“) ist eine Technologie, die genau diese Entwicklung beschleunigt, indem sie das Smartphone– oder auch ein Tablet– mit möglichst vollwertigen „Desktop“-Funktionalitäten ausstattet. Bei Huawei gibt es eine ähnliche Technologie, die sich „Easy Projection“ nennt, allerdings etwas anders funktioniert, da sie Peripherie lediglich per Bluetooth einbinden kann.

 

Definition: Was ist Samsung DeX?

„DeX“ steht für „Desktop Experience“, und genau das soll auch erreicht werden: Mitarbeiter sollen ein Smartphone oder Tablet genau so nutzen können, wie einen herkömmlichen Desktop-Rechner oder ein Laptop.

 

samsungdex_logo
Das Logo für Samsung DeX

 

Im Prinzip umfasst dies drei Aspekte:

  1. Anschluss an die entsprechende Peripherie wie Maus und Tastatur,
  2. Anschluss an Geräte zur Bildwiedergabe wie Monitore oder Beamer und
  3. Kompatibilität der mobilen Anwendungen mit dem Desktop-Modus.

Grundlegend ist der dritte Punkt eine Frage der Programmierung und des Betriebssystems.

Die ersten beiden erfordern eine entsprechende Konnektivität: Die älteren unter uns werden sich vielleicht noch an MHL erinnern, einen Übertragungsstandard, der den Bildschirm von Android-Geräten auf externe Displays spiegeln konnte, meist auf Basis eines Micro-USB-Steckers.

DeX funktioniert ähnlich, geht aber weit über das Spiegeln des Bildschirminhalts hinaus. Grundlage für die Datenübertragung ist eine Verbindung von USB-C zu HDMI. Im Video der PC Welt erhalten Sie einen Eindruck von der Usability in Kombination mit einem Samsung Galaxy S8.

 

 

 

Samsung DeX: kompatible Geräte

Im Kern des DeX-Konzepts steht die Übertragung von Daten über den USB-C-Port des zu verbindenden Samsung-Geräts. Momentan (Stand: Juni 2019) wird DeX von folgenden Samsung-Modellen nativ unterstützt, wobei das Note9 und das Tab S4 nicht per Dock, sondern größenbedingt nur per Kabel oder Adapter angeschlossen werden können:

  • Samsung Galaxy S10
  • Samsung Galaxy S10+
  • Samsung Galaxy S10e
  • Samsung Galaxy Note9
  • Samsung Galaxy S9
  • Samsung Galaxy S9+
  • Samsung Galaxy Note8
  • Samsung Galaxy S8
  • Samsung Galaxy S8+
  • Samsung Galaxy Tab S4.

Um DeX zu verwenden, müssen die Smart Devices an ein externes Display oder einen Beamer angeschlossen werden. Dies geschieht entweder mit einem Adapter, mit einem Kabel oder mit den dezidierten DeX-Geräten.

Für die Geräte der Galaxy-Klassen 8 und 9 gilt, dass sie auf Android Pie aktualisiert sein müssen, um die DeX-Funktionen per Kabel oder Adapter nutzen zu können.

 

Zubehör für Samsung DeX

Prinzipiell funktioniert DeX mit einem HDMI-auf-USB-C-Kabel oder -Adapter. Zusätzlich bieten die Koreaner eine Docking-Station und ein Docking-Pad an. Ich liste die Geräte nachfolgend auf.

Kabel und Adapter

Hier eine Übersicht der Kabel und Adapter von Samsung:

Modell Modell-Nr. Konnektivität Preis
Multi-Port-Adapter  EE-P5000 USB-C zu HDMI
USB-C zu USB-A 3.0
USB-C zu RJ-45 (LAN)
USB-C zu USB-C
ca. 80 Euro
Single-Port-Adapter  EE-HG950 USB-C zu HDMI ca. 30 Euro
DeX-Kabel  EE-I3100 USB-C zu HDMI

39,90 Euro UVP
(Länge: ca. 138 cm)


Samsung DeX Geräte (Kabel, Adapter)
Samsung DeX: Adapter und Kabel (Screenshot: samsung.com)

Praktisch ist, dass bei der Nutzung per Kabel oder Adapter das Smartphone quasi als Touchpad fungiert, wobei die Tischoberfläche dabei nicht allzu rutschig sein sollte – alternativ muss man das mobile Endgerät mit einer rutschfesten Hülle ausstatten.

Nutzt man das Galaxy Note9 oder das Tab S4, kann auch ein Eingabestift („S Pen“) zum Zeichnen, Markieren oder Notieren verwendet werden. Das Mobilgerät wandelt sich somit zum Zeichenpad. 

Samsung Dex Touchpad small
Das DeX Pad mit einem Smartphone als Touchpad (Bild: Samsung)

 

Dezidierte DeX-Geräte

Außerdem bietet Samsung eine DeX-Dockingstation (DeX Station) an. Der UVP liegt hier bei 129,90 Euro. 

Samsung DeX Station
Lieferumfang der Samsung DeX Station (Screenshot: samsung.com)

Die DeX-Station ist rund, der obere Bereich lässt sich für die Aufnahmen des Mobilgeräts aufstellen. Während der Nutzung lädt das Smartphone. Die Station bietet insgesamt die meisten Anschlussmöglichkeiten, allerdings lässt sie sich nicht mit dem Galaxy Pad S4 nutzen (dieses ist zu groß).

Mit der DeX-Station ist es definitiv möglich, eine komplette Peripherie, wie man sie von Desktop-Arbeitsplätzen gewohnt ist, bereitzuhalten und das Diensthandy mit der futuristisch aussehenden Docking-Station zu verbinden. Im folgenden Video können Sie einen weiteren Anwenderbericht sehen.

 

 

Ein weiteres DeX-Gerät aus dem Hause Samsung ist die kleinere Variante der Docking-Station, das DeX Pad. Auch hier lässt sich das Smartphone wie ein Touchpad als Eingabegerät verwenden. Wie das genau funktioniert, können Sie hier sehen:

 

 

 

Anders als bei der Station benötigt man beim DeX Pad nicht mehr zwingend eine Tastatur, da Eingaben prinzipiell auch über das zum Touchpad umfunktionierte Smartphone gemacht werden können. Für längere Texteingaben dürfte das kaum praktikabel sein, für eine kurze E-Mail aus dem Hotelzimmer oder ein paar Zuarbeiten geht es aber in Ordnung.

Modell Modell-Nr. Konnektivität Preis
DeX Station EE-MG950 USB-C zu HDMI
2 x USB-C zu USB-A 2.0
USB-C zu RJ-45 (LAN)
USB-C zu USB-C
UVP
129,90 Euro
DeX Pad EE-M5100 USB-C zu HDMI
2 x USB-C zu USB-A 2.0
UVP
89,90 Euro


DeX-kompatible Apps

Um mit DeX effizient arbeiten zu können, müssen die in Frage kommenden Produktivitäts-Apps den Desktop-Modus unterstützen. Momentan ist dies für eine ganze Reihe beliebter Apps der Fall, unter anderem:

  • Microsoft: Word, Excel, PowerPoint, OneDrive, Outlook
  • Adobe Photoshop: Lightroom, Express, Sketch, Mix
  • Adobe Acrobat Reader
  • Google: Gmail, Google Drive, Chrome, Photos, Play Store, YouTube 
  • Skype
  • Amazon Workspaces
  • Citrix Receiver

  • Zoom Cloud Meetings
  • GoTo Meeting
  • VMware Workspace One

Beim letztgenannten „Workspace One“ handelt es sich übrigens um eine sogenannte Mobile-Device-Management-Lösung. Wozu diese nützlich ist, lesen Sie in unserem MDM-Whitepaper:  Hier geht’s zum kostenlosen Download.

Eine umfassendere Liste der kompatiblen Apps finden Sie auf der offiziellen DeX-Seite unter den Weblinks. Auch Apps, die den Desktop-Modus nicht nativ unterstützen, können gegebenenfalls per Dritt-App noch zu einer Desktop-Darstellung gebracht werden. Dazu geben Sie am besten im Play Store das Suchwort „Samsung DeX" ein. 

 

DeX-Anwendungsszenarien

Bei der Nutzenargumentation erwähnt Samsung Multitasking und Spiele – dass man dabei „dank zwei Bildschirmen doppelt so viele Aufgaben erledigen“ kann, entspringt sicherlich mehr der Phantasie der Marketingabteilung als der Realität.

DeX in Kombination mit einem Firmenhandy ist für Unternehmen allerdings durchaus interessant. Drei Szenarien dürften dabei maßgeblich sein.

Mobiles Arbeiten

Alle relevanten Daten entweder lokal gespeichert oder synchronisiert und immer am Mann: Smartphones sind starke Begleiter im beruflichen Alltag und ersetzen für zahlreiche Standardanwendungen (Kalender, E-Mails, Textverarbeitung, Kalkukationen, einfache Bildbearbeitungen, Projektmanagement-Tools etc.) mühelos einen Desktop-Rechner oder Laptop.

Mit dem DeX-Kabel lässt sich ein mobiler Arbeitsplatz dann auch schnell mal an einem Hotel-Monitor oder -TV einrichten, ohne dass man die ungeliebte schwere Laptop-Tasche mit herumtragen muss. Im Büro dockt man dann nur kurz an die Station oder das Pad an – et voilà, fertig ist der Arbeitsplatz.

Desksharing

Mobiles Arbeiten befördert auch das sogenannte Desksharing: Hier nutzen Mitarbeiter nicht immer denselben Arbeitsplatz, sondern tun dies wechselnd. Man nimmt einfach den nächsten freien Platz, und da ist es natürlich umso bequemer, wenn man sich einfach und unkompliziert mit dem Smartphone connecten kann. 

Präsentieren

Auch wenn Sie einen Pitch oder eine sonstige Präsentation halten möchten: Kurzentschlossen das Handy per DeX an ein Bildwiedergabegerät hängen und direkt in die Slides starten, macht einfach einen prima Eindruck; Das ist schlank, das ist modern, das flutscht!

Erfahrungen mit Samsung DeX

Unserer Erfahrung nach ist das Arbeiten mit Samsungs Desktop-Modus durchaus praktikabel, wenn das Anforderungsprofil der Stelle dazu passt – hochperformante Grafik- und Video-Anwendungen sollte man dann aber doch besser mit einem stationären Rechner durchführen.

Was ist Ihre Erfahrung? Teilen Sie sie doch mit uns in der Kommentarspalte!

 

Weblinks: Samsung DeX

 

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