TCL stellt Blackberry-Produktion ein

von Manuel Reichenbach, am 27.2.2020

Schlechte Nachrichten für Tastatur-Liebhaber: Der chinesische Lizenz-Hersteller der Blackberry-Smartphones, die TCL Corporation, hat das Ende der Produktion angekündigt. Ob das nun tatsächlich das endgültige Aus für die Business-Smartphones bedeutet, steht noch nicht fest – ein neuer Lizenznehmer ist allerdings vorerst nicht in Aussicht.

Blackberry-Key-2
Das Blackberry Key 2 ist das aktuelle Flaggschiff-Modell der unter dem Namen „Blackberry Mobile“ vertriebenen Android-Geräte

Blackberry-Lizenz läuft aus

Hintergrund der Ankündigung ist der bevorstehende Ablauf der Lizenz zur Herstellung von Smartphones unter dem Markennamen Blackberry: Der Vertrag über das Joint Venture endet mit dem 31. August 2020. OEM-Hersteller TCL verlautbarte, die Lizenznahme nicht verlängern zu wollen. Das kanadische Unternehmen Blackberry bestätigte mittlerweile auf Twitter das Ende der Partnerschaft.

TCL hatte die Rechte für Fertigung, Vermarktung und Vertrieb der Blackberry-Smartphones 2016 erworben und unter dem Namen „Blackberry Mobile“ vorangetrieben. Mit dem KeyONE und dem Blackberry Key 2 stellte der in Shenzhen (China) sitzende Konzern (Jahresumsatz: 13,9 Milliarden US-Dollar) Smartphones auf Basis eines Android-Betriebssystems vor, das wie bereits die ersten Blackberry-Modelle auf Business-Nutzer abzielte. Blackberry stellte die Entwicklung des eigenen mobilen Betriebssystems, Blackberry OS, zum Ende des Jahres 2019 ein.

Smartphone für Tastatur-Liebhaber

Alleinstellungsmerkmal der TCL-Modelle war nach wie vor eine physische Tastatur. Dies sollte besonders Usern zugute kommen, die auf das schnelle und häufige Verfassen von Mails oder andere Textarbeit von unterwegs Wert legten.

Von vielen Anwendern wurden die Blackberry-Modelle aus exakt diesem Grund überaus geschätzt: Im Gegensatz zu Smartphones mit reinen Touch-Tastaturen verdeckte die haptisch angenehme Blackberry-Tastatur nicht Teile der Anwendungen und ermöglichte nach kurzer Eingewöhnung ein sehr rasches Tippen. Entsprechend beliebt waren die mobilen Endgeräte als Firmenhandy

Blackberry Key 2 Multi-1-1
Die physische Tastatur wurden von vielen Blackberry-Anwendern hoch geschätzt

TCL präsentierte zwar auch Modelle nur mit Touch-Screen, hielt aber letztendlich an der physischen Tastatur als Alleinstellungsmerkmal fest und zeigte immer wieder Innovationen wie die indivi­dua­li­sierbare Sonder­taste „Speedkey“ oder einen in die Leer­taste integrierten Finger­abdruck­sensor.

Trotzdem entwickelten sich die Verkäufe nicht befriedigend, was auch an der steigenden Konnektivität anderer Modelle liegt und am steigenden Funktionsumfang der Android-Lösungen für mobiles Arbeiten wie etwa Samsung DeX.

TCL verlautbarte, den Service für die aktuellen Modelle noch für zwei Jahre, also bis zum 31. August 2022, aufrecht zu erhalten.

Blackberry: Fokus auf Software-Entwicklung

Ob und wie eine Fertigungslizenz von einem anderen Lizenznehmer übernommen wird, ist noch völlig offen. Der Mutterkonzern Blackberry Limited (früherer Name: Research in Motion = RIM) wird sich zukünftig weiter auf die Entwicklung von Software konzentrieren. Dazu gehören insbesondere Unified-Endpoint-Management- und Mobile-Security-Anwendungen sowie Business-Messaging-Apps.

Und Sie? Falls Sie in Ihrem Unternehmen auch Blackberrys einsetzen und nun nach Alternativen suchen, helfen wir Ihnen gerne. Kontaktieren Sie mich einfach – ich unterbreite Ihnen gerne Vorschläge.

Weblinks Blackberry & TCL Corporation


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